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Die Kriegstaten des Pompejus und die Verschwörung des Catilina

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Die Kriegstaten des Pompejus

Nach dem Tode Sullas schwang sich Pompejus, einer seiner Anhänger, dem Sulla schon den Ehrennamen Magnus (der Große) gegeben, durch eine Reihe eindrucksvoller Taten zum höchsten Ansehen empor. Zuerst besiegte er den Überrest der Marianischen Partei, die der tapfere Sertorius in Spanien vereinigt hatte (72); dann beendigte er den von dem Gladiator Spartacus im Jahre 73 erregten Sklavenkrieg (71); schließlich zog er gegen die Seeräuber zu Felde, die das Mittelländische Meer beunruhigten, und besiegte sie gänzlich im Jahre 67.

Im Jahre 66 übertrug ihm der Senat den Oberbefehl über das Orientheer, an dessen Spitze Lucullus, ein ehrenwerter und tapferer Mann, dem wir, als einem Feinschmecker, die Verpflanzung morgenländischer Früchte, u. a. der Kirschen, nach Europa zu verdanken haben, seit dem Jahre 74 mit Erfolg in dem inzwischen wiederbegonnenen Krieg gegen Mithridates gekämpft hatte. Pompejus besiegte den Letzteren bei Nikopolis (66) und eroberte Pontus, worauf der betagte König, den sein eigener Sohn Pharnakes in einer Burg gefangen hielt, sich selbst umbrachte (63). Alle Länder vom Hellespont und Schwarzen Meere bis zum Euphrat und zu den Grenzen Arabiens fielen hierauf in die Hände der Römer. Wie im Triumph durchzog sie Pompejus, wie ein König ordnete er die Dinge in Asien, richtete die Provinzen ein und ließ sich von den Königen Asiens verehren, sodass man seine Züge in Asien mit dem Siegeslauf Alexanders des Großen verglich. Auch Palästina, das nach dem Tod Alexanders des Großen erst unter ägyptische, dann unter syrische Herrschaft gekommen, unter dem tyrannischen König Antiochus IV. jedoch durch die Makkabäer oder Hasmonäer, insbesondere durch den heldenmütigen Judas Makkabäus, befreit worden war, machte Pompejus den Römern zinspflichtig. Veranlassung dazu gab ihm ein Streit zwischen den hasmonäischen Brüdern Hyrkanus und Aristobul um die hohe priesterliche Würde und das mit derselben verbundene Königtum. Beide riefen den Pompejus zu Hilfe, und dieser entschied sich für den älteren Bruder Hyrkanus. Da Aristobul Widerstand leistete und sich mit seiner Partei in den festen Tempel zurückzog, ließ Pompejus denselben unter großem Blutvergießen erstürmen und führte den Aristobul mit seiner Familie gefangen nach Rom. Hyrkanus erhielt zwar die hohepriesterliche und fürstliche Würde, doch wurde dem jüdischen Reiche als Zeichen der römischen Oberherrschaft ein dauernder Tribut auferlegt (63).

Gegen Ende des Jahres kehrte Pompejus ruhmgekrönt nach Italien zurück. In Rom glaubte man anfangs, er werde sich an seinen politischen Gegnern rächen und auf seine ergebenen Legionen vertrauend, sich zum Gewaltherrscher auswerfen. Er entließ aber sein Heer in Brundisium und betrat als einfacher Privatmann die Hauptstadt. Der Triumph, den er an seinem 46. Geburtstage im Jahre 61 feierte, übertraf an Glanz bei Weitem alle bisherigen.

Die Verschwörung des Catilina

Während der Abwesenheit des Pompejus war Rom durch die Verschwörung des Catilina an den Rand des Verderbens geführt worden. Catilina, ein Senator von vornehmer Herkunft, der sich schon bei Sullas tyrannischem Wüten durch Unmenschlichkeit hervorgetan hatte, fasste, nachdem er durch sinnlose Verschwendung sein Vermögen vergeudet hatte, den ruchlosen Plan, die Konsuln und die Mehrheit der Senatoren zu ermorden, die Stadt in Brand zu stecken und in der allgemeinen Verwirrung an der Spitze einer gedungenen Bande sich zum Herrn Roms auszuwerfen. Als Helfershelfer hatte er eine große Anzahl verschuldeter und sittenloser junger Leute aus vornehmen Familien gewonnen. Der frevelhafte Anschlag wurde durch einen der Verschworenen dem Konsul Cicero verraten, und dieser traf die geeigneten Maßregeln zur Abwendung der Gefahr. Catilina entwich aus Rom und leistete an der Spitze eines ihm ergebenen Heeres Widerstand, fand jedoch in der blutigen Schlacht bei Pistoria (Pistoja) den Tod (62). Fünf der Hauptanstifter, die in Rom zurückgeblieben waren, wurden hingerichtet. Cicero erhielt, als der Retter Roms, den Ehrennamen Vater des Vaterlandes.

Pompejus, den seine außerordentlichen Siege zum Idol des Volkes gemacht hatten, fand Mitbewerber um die Herrschaft in dem reichen Crassus und dem aufstrebenden Cäsar.

 

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