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Münzen, Gewichte und Zeitrechnung

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Währung und Währungseinheiten

Die Münzen wurden zur Zeit der Dezemvirn eingeführt,  in Kupferwährung: as liberalis, Pfund, eingeteilt in 12 unciae. Das As war demnach eine altrömische Münz- und Gewichtseinheit. Kurz vor Beginn des ersten Punischen Krieges (im Jahr 268) ging man von der Kupfer- zur Silberwährung über. An die Stelle des liberalen As trat als Rechnungsmünze der sestertius nummus, auch einfach nur nummus genannt.

Münze des Diokletian. Diokletian (eigentlich Diocles, altgriechisch Διοκλῆς; vollständiger Name Marcus Aurelius Gaius Valerius Diocletianus) war von 284 bis 305 römischer Kaiser.

Münze des Diokletian. Diokletian (eigentlich Diocles, altgriechisch Διοκλῆς; vollständiger Name Marcus Aurelius Gaius Valerius Diocletianus) war von 284 bis 305 römischer Kaiser.

Die Silbermünzen sind:

  • sestertius (Münzzeichen IIS, später HS),
  • quinarius = 2 sestertii (Münzzeichen V),
  • denarius = 4 sestertii (Münzzeichen X)

Neben diesen blieben anfangs die Kupferasse als Wertgeld im Umlauf, indem man auf den Sesterz 2 ½ und auf den Denar 10 Kupferasse rechnete, woraus sich auch die Namen sestertius = semis tertius oder dritthalb Asse, denarius, Zehner = 10 Asse, erklären. Später wurden die Asse immer leichter ausgeprägt und dadurch zur Scheidemünze herabgedrückt. Seit dem zweiten Punischen Krieg gingen 4 Asse auf den Sesterz, 16 auf den Denar.

Bis 1000 werden die Sesterze einfach gezählt: mille, nongenti, quinquaginta sestertii. Beim Mehrfachen von 1000 wird sestertius, sestertius nummus oder nummus im Genitiv hinzugesetzt (quinque milia sestertium oder nummum) oder das Adjektiv sestertius tritt appositiv zu milia, wobei milia bisweilen ausgelassen wird (sescenta [milia] sestertia). Eine Million Sesterze heißt vollständig decies centena milia sestertium, gewöhnlich aber decies sestertium, wobei sestertium nicht mehr für den Genitiv, sondern für ein sächliches Substantiv im Singular angesehen wird. Entsprechend werden höhere Summen durch Zahladverbien und das substantivische sestertium benannt. Eine Million Sesterze gilt dann bei den Römern als große Rechnungsmünze wie bei den Griechen das Talent. Die Goldwährung wurde zur Zeit des Augustus eingeführt: 1 aureus = 100 Sesterzen.

Längenmaße und Gewichte

Die römischen Längenmaße sind:

  • digitus, die Fingerbreite = 2 cm;
  • pes, der Fuß = 16 digiti = 30cm;
  • cubitus, die Elle (gemessen von der Spitze des Ellenbogens zur Spitze des Mittelfingers) = 1 ½ pedes = 45 cm;
  • gradus, der Schritt = 2 ½ pedes = 75 cm;
  • passus, der Doppelschritt (die Einheit des röm. Wegmaßes) = 5 pedes = 1,50 m;
  • mille passus, die röm. Meile = 1,48 km.

Das Flächenmaß hat als Einheit das iugerum, den Morgen = ¼ Hektar (ha).

Die Hohlmaße für Flüssiges sind:

  • cyathus, der Becher =½ Deziliter (halber Liter);
  • hemina= 6 cyathi = ¼Liter;
  • sextarius = 12 cyathi = ½ Liter;
  • amphora, der Krug = 48 sextarii = 26 Liter;
  • (für Trockenes außer cyathus und sextarius)modius, der Scheffel = 16 sextarii = 91 und medimnus = 6 modii.

Die Gewichte sind:

  • scripulum= 1,14 g;
  • uncia = 24 scripuli = 27,3 g;
  • as, libra, Pfund = 12 unciae = 327 g.

Zeit und Zeitrechnung

Die Zeitrechnung wurde seit dem 1. Januar 45 v. Chr. durch den julianischen Kalender geregelt und war noch im 20. Jahrhundert gültig, im kirchlichen Bereich teilweise auch heute noch. Seit dem 16. Jahrhundert wurde er schrittweise durch den gregorianischen Kalender abgelöst. Bis Cäsar rechnete man nach Mondjahren von 355 Tagen mit Einschaltungen zum Ausgleich mit dem längeren Sonnenjahr. Zur Beseitigung der entstandenen Unordnung führte Cäsar im Jahr 46 v. Chr.  als pontifex maximus das Sonnenjahr von 365 Tagen und einem Schalttag in jedem 4. Jahr ein.

Büste von Julius Cäsar

Büste von Julius Cäsar

Die Monatsnamen entsprechen denjenigen, die wir auch heute verwenden, nur kam in der Kaiserzeit für Quintilis die Bezeichnung Julius, für Sextilis die Bezeichnung Augustus auf. Die von den Zahlen hergenommenen Namen, Quintilis für den 7. bis Dezember für den 12. Monat, erklären sich dadurch, dass ursprünglich der Martins der erste Monat im römischen Jahr war. Die Einteilung des Monats wurde beibehalten. Er beginnt mit den Kalendae (daher das deutsche Lehnwort), dann folgen am 5. Tag (im März, Mai, Juli, Oktober am 7.) die Nonae, am 13. (in den genannten Monaten am 15.) die Idus (uum, f.). Alle übrigen Tage werden von den genannten drei aus rückwärts gerechnet und als Vortage bezeichnet, also der Erste davor durch pridie c. acc. (pridie Kalendas Januarias = 31. Dezember), die anderen in der Weise, dass man den terminus a quo und ad quem mitrechnet, durch ante diem c. acc. (ante diem quartum Nonas Januarias = 2. Januar).

Die Einteilung der Tage geschah nach politischen Gesichtspunkten in: dies fasti, an denen Gerichtssitzungen und Komitien gehalten werden durfte, und dies nefasti, an denen das öffentliche Leben ruhte; nach religiösen Gesichtspunkten in: dies festi, Festtage, mit den dies nefasti analog und dies profesti, Werktage. Die Woche, der achttägige Zwischenraum zwischen zwei Markttagen (nundinae), hieß internundinum.

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